Es kann nur schöner werden

 

Es kann nur schöner werden!

Es gibt ein paar Ecken in Fischer-hude, leider noch nicht einmal sehr abseits gelegen, da kann der unaufmerksame Besucher den Eindruck bekommen, dass er sich um etliche hundert Kilometer verlaufen hat. Ein leicht maroder Straßenzustand und etwas verfallen und ungepflegt wirkende Grundstücke, das glaubt man doch so in Niedersachsen nicht anzutreffen .

Umso erfreulicher durfte die Nachricht aufgenommen werden, dass sich die Betreiber des Otto-Modersohn-Museums, der zweihundertfünfzig Jahre alten Brinkmannschen Scheune, am Dieker Ort angenommen haben.

Möglichst bald, soll nach den Wünschen der Otto-Modersohn-Gesellschaft und nach grünem Licht für die Fördermittel aus Hannover, das denkmalgeschützte Gebäude zu einer Galerie umgebaut werden.

Geplant sind in den umgestalteten Räumen außerdem wechselnde Ausstellungen der klassischen Moderne und zeitgenössischer Kunst von nationaler und internationaler Bedeutung. Zusätzlich sollen im Obergeschoss des Gebäudes in Zusammenarbeit mit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim Ausbildungsplätze für angehende Papierrestauratoren eingerichtet werden. So konnte man lesen und vernehmen – und dafür drücken wir gern die Daumen!

Nix verstaan

Nix verstaan

Die ungewöhnliche Lage Fischerhudes kann auch heute noch jeder wahrnehmen der sich von Sagehorn oder Quelkhorn kommend, dem Ort nähert. Ohne eine Brücke zu überqueren kommt man nicht hinein. Diese, heute kaum noch wahrzunehmende Eigenheit, war zu früheren Zeiten sehr vorteilhaft. Fischerhude lag wie eine Wasserburg in der Landschaft und böse Buben holten sich zu allen Zeiten nicht gern nasse Füße.

So konnten über lange Zeit die Fischerhuder ihre Eigenheiten ausbilden, zu denen auch eine besondere Färbung ihrer plattdeutschen Sprache gehörte. Möglicherweise spielen auch Reste von der Niederländischen Sprache mit hinein, die Siedler im dreizehnten Jahrhundert mitbrachten, welche das westwärts vorgelagerte Hollerland entwässerten und dabei die Wümme aufwärts bis Fischerhude staakten.

Wie auch immer, es ist lange her. Aber sollten Sie mal in Fischerhude jemanden treffen, der kein Hochdeutsch versteht, können Sie es ja mal mit den Sätzen versuchen, die wir unten aufgeschrieben haben.

 

Wo bitte geht’s zur Kirche? – Wi kaum ik nau de Karken?

Ich hätte gern von diesem Kuchen – Ik ha geern van dissen Koken

Bringen Sie mir bitte die Karte – Bring mie bitte de Korten

Leihen Sie mir Ihre Luftpumpe? – Könnt see mie de Lufpump mol leen?

Das ist nicht mein Hund! – Dat is nich mien Hund!

Hier sind aber viele Enten – Door sind over väale Aunten

Herrliches Wetter heute! – Feint Weer Vandag

Sie sitzen auf meinem Hut! – Se sitt up mien Hood!

Das ist mein Mantel! – Dat is mien Mantel!

Wohnen Sie hier? – Wauhnt see hier?

Bringen Sie mir ein grofles Bier – Bringt see mie een groodet Beer

Das habe ich nicht bestellt – Dat heev ik nich beställt

Können Sie auch in Öl malen?- Köent see ok in Oelfarv molen?

Haben Sie meinen Schlüssel gefunden? Hebbt see mien Schlöedel funn?

Diese hilfreichen Sätze hat uns eine waschechte Fischerhuderin ins Plattdeutsche übersetzt. Erwähnte dabei aber wie beiläufig, das Fischerhude und besonders das umliegende Naturschutzgebiet von solcher Schönheit ist, dass es sich leicht auch ganz sprachlos durchwandern lässt, wenn man möchte.