Dabei sein ist alles

und Feste feiern wie sie fallen (900 Jahre Teil 3)

Text M. Wolffson)

900 Jahre jung sind die benachbarten, ehemals jeweils selbständigen Dörfer Fischerhude und Quelkhorn 2024 nun geworden und haben das mit vielen interessanten Vorträgen und Veranstaltungen gebührend gefeiert. Seit 1968 sind beide verschmolzen zur Gemeinde „Flecken Fischerhude“, bestehend aus den Ortsteilen Bredenau, Fischerhude, Ebbensieck, Wilhelmshausen, Quelkhorn, Surheide und Quelkhorner Moorland. Erfreulich, dass sogar die übergeordnete Ottersberger Verwaltung sich beeilte, zum Jubiläum die neuen Ortsschilder zu liefern mit den plattdeutschen Untertiteln „Hu‘e” (Fischerhude) und “Quellkorn“.

Der feierliche, musikalische Festakt mit hochrangigen Persönlichkeiten fand am 27.09.2024 im Festsaal von Buthmanns Hof statt, ergänzt von Manfred Ringmanns mittelalterlichen Geschichten über die historische Flurnamen der Umgebung. An den darauffolgenden Wochenenden gab es dann diverse Veranstaltungen. Zum Beispiel führte Ortsarchivar Hans Blanken stolz den historisch wertvollen 16mm Schwarz-Weiss-Film von 1954 vor, in dem sehr viele Dorfbewohner als Komparsen mitwirkten. Auch zeigte er an einem Fotonachmittag dorfbezogene Archivfotos. Hannes Heer präsentierte zwei Dokumentarfilme aus der Nazizeit. Weitere Beiträge: Jürgen Buthmann-von Schwartz referierte über die Nachkriegs-Flüchtlingssituation, Ex-Kreisarchäologin Frau Dr. Precht über die regionale Christianisierung und später Dr. Horst Rössler über Armut und Auswanderungswellen. Spaß und Unterhaltung gab es auch beim Vortrag “Gang durch die Fischerhuder/Quelkhorner Geschichte“ mit Heimatkundler Manfred Wolffson und Ex-Pastor Manfred Ringmann.

Musikalisch garniert wurde die 2. Jahreshälfte vom „Kleinen Chor Fischerhude, dem OpenEarsChor Ottersberg”, einem Chorkonzert mit „Cantemus“, dem Gartenmusikfestival mit Bernd Schlott und Bertzbachs & Band. Der Klimaschutzverein “IKEO” mit einem Wümme-Vortrag, der Fischereiverein mit einem Back- und Aalräucher-Nachmittag und der Kunstverein mit einer wochenlangen, sehenswerten Fotografien- und Kunstausstellung rundeten das Jubiläumsjahr erfolgreich ab.

Wolf-Dietmar-Stock

Der in Königsberg geborene und in Oyten aufgewachsene Maler Wolf-Dietmar-Stock ist am 23.12.2024 im Alter von 82 Jahren in seinem Haus in der Bredenau nach kurzer Krankheit und im Kreise seiner Familie gestorben.

Der Familie, welcher er vor ca. zwanzig Jahren Asyl in seinem Haus nach deren Flucht aus Kurdistan gewährt hat. Bis noch kurz vor seinem Tod hat er gemalt und sein letztes Projekt war die Aktualisierung eines Lexikons über Fischerhuder Künstler.

Nach einem Studium der Theologie und einer Lehrertätigkeit in Bremen hatte er sich ganz der Malerei verschrieben. Ein Studienaufenthalt führte ihn nach Paris an eine renommierte Malschule.

In Fischerhude dann gründete er seinen „Verlag im Bauernhaus“ in der Bredenau, der hauptsächlich regionale Kunstbücher, Postkarten, Kalender und Romane herausgab. Vor etwa 40 Jahren gründete er den Kunstverein Fischerhude im Krummen Ort 2 und eröffnete eine Galerie mit Buchladen in der Bredenau.

Als Vorsitzender des Kunstvereins hat er viele Ausstellungen, vor allem alter regionaler Meister aber auch zeitgenössischer Maler gezeigt. Als Sammler Fischerhuder Maler war er besonders aktiv und zeigte diese in seiner Galerie gern den Besuchern.

Zur Zeit sind seine eigenen Bilder in der Lilienthaler Kunststiftung, in Lilienthal, Trupe 6 Donnerstag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr ausgestellt.

Fischerhude trauert um einen friedensbewegten Menschen und engagierten Künstler.